Christoph Sternat ging seinem Hobby, dem Eishockey, bis 2016 selbst nach und spielte zuletzt bei den „UHC Dukes Graz“ und den „Rattlesnkaes Graz“. Anschließend beschloss er ab der kommenden Saison selbst Schiedsrichter zu werden. In unserem Interview spricht der ehemalige Spieler über den Grund, warum er sich für die Tätigkeit entschied und seine persönlichen Rituale vor einem Spiel.

Herr Sternat, Sie spielten ja bis 2016 selbst Eishockey. Aus welchem Grund also haben Sie sich für den Job als Schiedsrichter entschieden? 

Christoph Sternat: Ich habe mich entschieden Schiedsrichter zu werden, da es mir so möglich ist dem Sport weiterhin erhalten zu bleiben. Eishockey ist meine Leidenschaft.

Was muss man können, um Schiedsrichter zu werden? 

Christoph Sternat: Ich würde hier fünf Eckpfeiler nennen, die wichtig sind um Schiedsrichter zu sein bzw. werden zu können: mentale Stärke, körperliche Fitness, eisläuferische Fähigkeiten, Teamfähigkeit und Kommunikationsfreudigkeit.

Wie bereiten Sie sich auf ein Spiel vor? 

Christoph Sternat: Ich habe keine besondere Routine. Es gibt jedoch bei uns Schiedsrichtern immer ein gemeinsames Warm-up bestehend aus ein wenig Fußball und diversen anderen Aufwärmübungen. Meist bin ich als Erster mit dem Anziehen fertig, da ich gerne Zeit habe, um in mich zu gehen und mich voll und ganz auf das Spiel zu konzentrieren.

Als Schiedsrichter ist es nicht immer einfach, da es oftmals Anfeindungen gibt, die mitunter auch gegen Sie persönlich gerichtet sind. Wie gehen Sie damit um? 

Christoph Sternat: Man darf sich als Schiedsrichter nicht alles zu Herzen nehmen. Hin und wieder ist es besser einfach mal wegzuhören.

Verlassen Sie ein Spiel mit einem schlechten Gewissen, wenn Sie eine Fehlentscheidung getroffen haben und diese den Ausgang des Spieles maßgeblich beeinflusst hat?

Christoph Sternat: Schlechtes Gewissen ist hier vielleicht das falsche Wort, jedoch reflektiert man natürlich seine Fehler und arbeitet daran, um es beim nächstem Mal besser zu machen.

Analysieren Sie Ihre Kollegen auch, sowie Spieler ihre Gegner analysieren?

Christoph Sternat: Wir Schiedsrichter sind keine Gegner sondern ein Team und natürlich schaut man sich als jüngerer den ein oder anderen Trick von den arrivierten Kollegen ab.

Was denken Sie über Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern? 

Christoph Sternat: Eishockey ist der schnellste Teamsport der Welt. Wie auch den Spielern können uns Schiedsrichtern ebenso Fehlentscheidungen passieren.

Gibt es Situationen, in denen Sie auch nach einem Videobeweis keine genaue Entscheidung treffen können? 

Christoph Sternat: Prinzipiell ist es so, dass es eine Entscheidung am Eis geben muss. Der Videobeweis dient nur dazu diese Situation erneut zu bewerten. Sollte beim Videobeweis kein klares Ergebnis ersichtlich sein, bleibt die Entscheidung vom Eis bestehen.

Wie trainieren Sie? Schiedsrichter im Eishockey stellt ja auch eine körperliche Anforderung dar. 

Christoph Sternat: Im Sommer halte ich mich vor allem mit Crossfit, Rad fahren und Laufen fit. 5-6 Einheiten pro Woche stehen am Programm.

Was müssen Sie als Schiedsrichter beachten, damit Sie am Eis an der richtigen Stelle stehen? Gibt es ebenfalls Positionen? 

Christoph Sternat: Ja es gibt gewisse Zonen und Bereiche am Eis, in denen wir Schiedrichter uns in diversen Situationen aufhalten sollten. Wichtig ist jedoch auch Antizipation und Spielverständnis, um den Spielern nicht im Weg zu sein.

Gibt es Stadien, in denen man besonders gerne pfeift?

Christoph Sternat: Ja, die gibt es durchaus. In Linz etwa pfeife ich gerne. Schon als Spieler habe ich die Halle gemocht und die Stimmung in Linz ist schon etwas Besonderes.

Was war ihr größtes Match, welches Sie als Schiedsrichter leiten durften?

Christoph Sternat: Das letztjährige Finale in der Alps Hockey League. Ritten gegen Asiago, sowie mein erstes EBEL-Spiel, dass vergisst man nicht so schnell.

Die Zuschauer finden in einem Schiedsrichter schnell einen Buhmann. Wie geht man als Ref damit um?

Christoph Sternat: Ich kann mich hier nur wiederholen. Man darf sich als Schiedsrichter nicht alles zu Herzen nehmen. Hin und wieder ist es besser einfach mal wegzuhören.

 

5 Kurzfragen an Christoph Sternat 

Wollten Sie schon immer Schiedsrichter werden? Als Nachwuchsspieler träumt man natürlich davon Eishockeyprofi zu werden, mir ist dieser Sprung nicht geglückt und so bin ich mit meiner neuen Position am Eis, in der Rolle des Schiedsrichters, überaus zufrieden. Ich hätte mir nichts Besseres wünschen können.

Machen Sie den Job hauptberuflich? Nein. Fast alle von uns sind berufstätig. Ich bin derzeit noch Student.

Spielten Sie letzte Saison mit dem Gedanken, selbst wieder als Spieler tätig sein zu wollen? Nein. Ich habe mit dem Kapitel Spieler abgeschlossen.

Hatten Sie schon Verletzungen aufgrund von Auseinandersetzungen zwischen den Spielern? Nein.

Worauf freuen Sie sich in der nächsten Saison? Auf neue Herausforderungen, meine Kollegen und Kolleginnen und gute und spannende Spiele.

Wir möchten uns bei Ihnen recht herzlich für dieses Interview bedanken und wünschen Ihnen als Schiedsrichter alles Gute für die kommenden Saisonen!

Quelle: http://www.eishockeyonline.at/index.php/eishockey-newscenter/interviews/397-ebel-interview-mit-schiedsrichter-christoph-sternat.html